Analyse, Marketing Finanzen:
Möchte ein Unternehmen sein Produkt verkaufen, muss er den
Kunden davon überzeugen, dass ausgerechnet sein Angebot für
ihn das Beste ist. Bei der Vielzahl der Angebote ist das oft nicht
leicht, denn die Produkte selbst variieren nur wenig. So bieten
beispielsweise die verschiedenen Kreditinstitute im Grundsatz alle
dieselben Produkte an: verschiedene Giro- und Sparkonten, unterschiedliche
Kreditarten, Verkauf (oder Vermittlung) von Wertpapieren etc. Objektive
Kriterien, nach denen der Verbraucher entscheiden kann, sind beispielsweise
die Preise: Wird das Girokonto kostenlos geführt oder muss
ich Gebühren bezahlen? Was kostet mich die Geldkarte? Welche
Gebühren fallen beim Kauf von Wertpapieren an? Aber auch: Wie
groß ist das Filialnetz? Informationen dieser Art bekommt
man auf der Homepage der jeweiligen Bank oder auf der übergeordneten
Seite wie www.sparkasse.de. Erhält man dort nicht die nötigen
Angaben, so findet man meistens die Telefonnummer einer Hotline,
die man anrufen kann.
Nun sind Kaufentscheidungen oft aber nicht nur von Fakten und Zahlen
bestimmt, sondern vielmehr eine "Bauchsache". Und genau
hier setzen auch viele Banken mit ihrer Werbung an: Für einen
Kredit wirbt ein Vorzeigepaar, das durch eine unrenovierte Altbauwohnung
geht. Für die Altersvorsorge wird mit einem Kind geworben.
Das eigentliche Produkt steht also nicht im Vordergrund, sondern
der "emotionale Mehrwert", den man durch das Produkt hat.
Gerade ganz neu auf dem Markt, sind Geldkarten, die man mit einem
eigenen Bild schmücken kann. (Noch) bietet nur die Gruppe der
Volks- und Raiffeisenbanken diesen Service an. Auf der Internetseite
www.vobadreieich.de/Bildkarte/index.cfm kann man sich ein Beispiel
dafür anschauen. Eine Geldkarte ist demnach nicht mehr einfach
nur eine Geldkarte, sondern ein Zahlungsmittel mit dem Bild des
Kindes, seinem eigenen Konterfei
Damit sollen neue Kunden
gewonnen werden. Ob diese "emotionale" Karte von den Verbrauchern
angenommen wird, ob dies gar ein Grund ist, seine Bank zu wechseln,
bleibt abzuwarten. Doch eines steht fest: Sollte die individuelle
Geldkarte mit Bild erfolgreich sein, werden die anderen Geldinstitute
folgen und sie ebenfalls anbieten. Denn ein marktwirtschaftlicher
Grundsatz lautet, dass die Nachfrage das Angebot regelt.
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