Textilwirtschaft teilweise unter Druck:
Als Folge der weltweiten Wirtschaftskrise ist die Kauflust der
Verbraucher zurückgegangen, was sich bei den Unternehmen vor
allem mit Umsatzeinbußen bemerkbar machte. Die Fachzeitschrift
Textilwirtschaft hat Zahlen für das Jahr 2009 herausgegeben:
Die Branche ist mit einem "blauen Auge" davon gekommen
und legte ein ausgeglichenes Ergebnis vor. Es wurden also keine
Steigerungen, aber zumindest auch keine Rückgänge verzeichnet,
wie das noch im Jahr davor war. Grund also, für die einzelnen
Unternehmen vor allem im niedrigeren und mittleren Preissegment
ihre Unternehmenspolitik zu überprüfen und sich neue Marketing-
und Werbestrategien zu überlegen.
Das spanische Unternehmen Inditex, das in Deutschland mit seiner
Modemarke Zara bekannt ist, setzt auf ein Multichannel-Marketing.
Zara erweitert seinen Vertrieb und wird den Verbraucher und vor
allem die Verbraucherinnen in Zukunft auf mehrere Wege ansprechen.
Denn seit einiger Zeit existiert auf www.zara.de ein Onlineshop,
über den die Textilien des Unternehmens verkauft werden. Zudem
hat das Unternehmen auf dem asiatischen Markt expandiert und 90
neue Läden vor allem in Japan, China und Korea eröffnet.
Ebenfalls auf neue Vertriebswege im asiatischen Raum setzt das Modehaus
Esprit. Das amerikanische Unternehmen, das seinen deutschen Sitz
in Ratingen hat, hat im vergangenen Jahr die Mehrheit bei seinem
chinesischen Partner übernommen. Gleichzeitig wurde der Ausbau
des europäischen Filialnetzes reduziert, anstelle der geplanten
80 neuen Läden sollen es nun nur noch 50 werden. Parallel dazu
hat Esprit auch seinen Etat für Online-Werbung erhöht.
Ein Zeichen dafür, dass das Unternehmen Potential im E-Commerce
sieht und sich Zuwächse im Onlineverkauf erhofft.
Eine der Marktgrößen in dem genannten Preissegment ist
H&M, das Unternehmen, das bereits Ende der 1940er Jahre in Schweden
gegründet wurde und inzwischen weltbekannt ist. H&M ist
seit längerem im Onlinehandel tätig, dieses Unternehmen
baut seine Filialen weiter aus und möchte damit seinen Umsatz
steigern.
Insgesamt lässt sich sagen, dass Unternehmen, die mehrere Vertriebswege
nutzen, am besten durch die Krise kommen. Der Umsatzrückgang
im Einzelhandel kann so durch die höheren Umsätze des
Onlinehandels aufgegangen werden. Das Augenmerk auf den Vertrieb
zu legen und sich hier neue Wege zu erschließen, ist daher
ein konsequenter Gedanke.
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